Schulsylvester

Mit Deck­eln, Glock­en & Trompe­ten in den Hän­den drän­geln sich um 6 Uhr mor­gens früh die Hoh­fu­rikinder durch die engen Schul­haustüren hin­durch.

Ob Singsaal, Schulz­im­mer oder Turn­halle: Alle Zim­mer sind the­ma­tisch deko­ri­ert und bere­it für den 2. Teil des Schul­sil­vesters. Das Casi­no, der Escap­e­r­oom, die Schatz­suche oder das Restau­rant “Blinde Kuh” wer­den nun von allen 1.- 6. Kläss­lerIn­nen in Beschlag genom­men. In der Turn­halle wird gek­let­tert und Par­cours betrieben. Im Kino wer­den Kurz­filme für Gross und Klein gezeigt. Wer möchte noch ein Tal­ent zum Besten geben? Schliesslich wird auch dieses Jahr DAS Tal­ent Hoh­fu­ri-STAR gesucht…

Wie schnell doch die Zeit ver­rin­nt und … Guets Nöis!

Unser Schulleit­er Urs Bräm schreibt über den Brauch des Schul­sil­vesters fol­gen­den Artikel:

Der Schul­sil­vester ist im ganzen Kan­ton Zürich und eini­gen angren­zen­den Gemein­den ver­bre­it­et. Dieser Brauch gehört ganz den Kindern und fand früher wie der eigentliche Sil­vester am 31. Dezem­ber statt. Erst mit der Ein­führung der Wei­h­nachts­fe­rien im Kan­ton Zürich 1899 wurde der 31. Dezem­ber schul­frei. Aus diesem Grund wird der Schul­sil­vester heute noch vor Wei­h­nacht­en, am let­zten Schul­t­ag gefeiert.

1775 wird der Schul­sil­vester erst­mals beschrieben. Früh am Mor­gen trieben sich die Jugendlichen auf den Strassen herum, spiel­ten Stre­iche und lärmten. Wer als Let­zter auf­s­tand oder in die Schule kam, wurde aus­gelacht und «Sil­vester» genan­nt. Bere­its damals hat­ten die Erwach­se­nen wenig Freude am Treiben der Kinder und der Pfar­rer wollte den Brauch ver­bi­eten.

Noch vor 50 Jahren holten die Kinder an eini­gen Orten den «Sil­vester» aus dem Bett. Sie weck­ten die Schlafmütze mit einem Spruch oder mit «Sil­vester! Silvester!»-Rufen und zog ihm ein Nachthemd und eine Zipfelmütze an. Johlend führte die Gruppe den «Sil­vester» mit einem Leit­er­wa­gen durchs Dorf in die Schule. Natür­lich wollte nie­mand der Let­zte sein, darum begann der Schul­sil­vester oft schon um Mit­ter­nacht. Später wurde fest­gelegt, dass die Kinder und Jugendlichen erst ab 5 Uhr auf die Strasse durften.

Im Mit­telpunkt stand das Lär­men. Wie bei vie­len Win­ter­bräuchen ver­suchte man in den lan­gen, dun­klen Nächt­en Geis­ter und Dämo­nen zu vertreiben. Mit vie­len selb­st gemacht­en Instru­menten, Kuh­glock­en, Tier­hörn­ern, Ratschen, Pfan­nen­deck­eln und Trillerpfeifen zogen die Kinder lär­mend durch die Strassen.

Früher war der Schul­sil­vester aber auch ein Bet­tel­brauch. In eini­gen Gemein­den san­gen Kinder­grup­pen vor den Häusern und die Leute schenk­ten ihnen dafür Geld, Süs­sigkeit­en oder Tee. Auch war es üblich, dass die Schü­lerin­nen und Schüler auf ihren Lär­mumzü­gen durchs Dorf vom Bäck­er Brötchen und vom Met­zger heisse Würstchen beka­men.

Später in der Schule mussten die Kinder die auswendig gel­ern­ten Neu­jahrssprüche vor­tra­gen. Der Lehrer las eine schöne Geschichte vor und schenk­te den Kindern zum Jahress­chluss ein Sil­vester­büch­lein. Als Gegengeschenk über­gaben die Kinder dem Lehrer einen Neu­jahrs­batzen.

Heute wird am Schul­sil­vester vor allem Lärm gemacht und es wer­den Stre­iche gespielt. Mit Lär­min­stru­menten und Feuer­w­erk wer­den früh am Mor­gen die Leute geweckt. Als Stre­iche wer­den zum Beispiel Tür­fall­en mit Zah­n­paste oder Senf bestrichen, Gar­ten­törchen aus­ge­hängt oder Autos mit Toi­let­ten­pa­pi­er eingewick­elt. Beliebt ist auch das «Glög­glispiel»: Die Kinder läuten an den Tür­glock­en und ren­nen dann davon. Wenn es hell wird, ist der Spuk vor­bei und in der Schule wird mit Spie­len, Essen oder beson­deren Aktiv­itäten der Abschluss des Jahres gefeiert.

Sachbeschädi­gun­gen, Lärmk­la­gen und Unfug mit Feuer­w­erk führten dazu, dass der Schul­sil­vester in den let­zten Jahren an vie­len Orten abgeschafft wurde – eigentlich schade.

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